Geschichte des Liliom

Geschichte des Hauses

Das Gebäude am Unteren Graben, das vor 18 Jahren mit dem LILIOM zum Filmkunsttheater geworden ist, wurde Mitte des 16. Jahrhunderts ursprünglich als Brunnenpumpwerk errichtet. Heute steht es aufgrund seiner langen Geschichte unter besonderem Schutz.

Im 16. Jahrhundert beherbergte es die Mechanik, mittels derer zunächst das Wasser des Brunnenbachs, (später Quellwasser) in den Unteren Brunnenturm, welcher hinter dem LILIOM aufragt, gehoben wurde. Dieser Turm, dessen Geschichte Mitte des 14. Jahrhunderts als Wehrturm begann, wurde im 16. Jahrhundert als Wasserturm umgebaut und diente ca. 250 Jahre der Wasserversorgung der oberen Domstadt. Beginnend mit der 1554 von dem Mailänder Gelehrten Hyronimus Cardanus beschriebenen „Machina Augustana“, einem Gebilde aus sieben Archimedischen Schrauben, entwickelte sich die Wasser-Hebetechnik in den folgenden Jahrhunderten stetig und endete 1865 mit einer relativ modernen Pumpanlage aus dem Hause „Aktiengesellschaft Maschinenfabrik Augsburg“, dem Vorläufer der heutigen M.A.N.

Mit dem beginnenden 20. Jahrhundert wurde die Wasserversorgung umgestellt und das Gebäude wurde anderen Nutzungen zugeführt. Das „Augsburger Eiswerk“ fand hier seine Heimat, genauso wie eine Feilenhauerei, eine Schleiferei, sowie verschiedene mechanische Werkstätten. Die letzten 25 Jahre vor dem Umbau zu seiner heutigen Bestimmung beherbergte das Haus am Unteren Graben eine Maschinenfabrik.

Zeugen der ursprünglichen Nutzung des Hauses sind noch heute der Bach, der (durch eine im Boden eingelassene Glasscheibe sichtbar) unter dem Foyer hindurchfließt. Seinerzeit diente dieser Bach als „Nebenschuss“, wenn an den Hauptläufen Wartungs – oder Reparaturarbeiten durchzuführen waren. Auch die großen Natursteinblöcke im unteren Gastraum, die als Auflager für die Wasserräder dienten, zeugen von der ursprünglichen Funktion des Hauses.

Vom Herbst 1986 bis Winter 1989 dauerten die umfangreichen Umbau- und Renovierungsarbeiten unter der Leitung des Architekten Prof. Friedrich Kurrent (TU-München), bis am 07. Dezember 1989 das LILIOM als Kino, Bar, und Restaurant eröffnet wurde.